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04.11.2017 - 06:02

Neuseeland serviert eine Lösung für die Quallenplage

Forscher warnen seit Jahren, dass Quallen die Gewinner des Klimawandels sind. Ein Biologe fordert inzwischen, dass wir Quallen essen sollten, um der Invasion Herr zu werden. In Neuseeland serviert ein Koch nun innovative Quallengerichte, um die Debatte weiter anzustoßen.

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23.10.2017 - 11:16

Tag der Arbeit (Labour Day) in Neuseeland

Immer am vierten Montag im Oktober wird in Neuseeland der Labour Day, also ein Gedenktag der Arbeiterbewerbung, zelebriert. Doch warum eigentlich? Wir erklären es dir kurz und knapp.

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Der Vertrag von Waitangi

Vertrag von WaitangiFür den Neuseeländer gibt es keinen wichtigeren Tag im Jahr als den 6. Februar. Denn es ist der Tag, an dem vor 176 Jahren Neuseeland gegründet wurde.
 
Die "Geburtsstunde Neuseelands" wurde am 6. Februar 1840 mit dem Vertrag von Waitangi besiegelt. Abgeordnete der britischen Krone und Häuptlinge der Maori reisten in den kleinen Ort Waitangi (Bay of Islands) auf der Nordinsel, um den Vertrag zu unterschreiben. Darin geht es hauptsächlich darum, dass die Maori ihre Souveränität aufgeben sollten und damit Bürger der britischen Krone werden und gleichzeitig alle damit einhergehenden Rechte und Privilegien zugesprochen bekommen würden. Den Ureinwohnern wurde ferner versprochen, dass sie ihr Land und ihren Besitz behalten dürften und dies vor den Siedlern seitens der Krone gesichert werde, die Krone jedoch ein Vorkaufsrecht über das Land der Maori innehabe.

 

 

Wer war beteiligt?

Aufgesetzt wurde der Vertrag von Waitangi von William Hobson, der als Gouverneur Groß Britanniens in Neuseeland agieren sollte, zusammen mit einem Landsmann, James Busby. Anschließend ließen sie den Text von einem Geistlichen in die Sprache der Maori übersetzen, was allerdings nicht so einfach war. Einige Wörter und Redewendungen gab es so in Maori nicht und so war die maorische Version am Ende verschieden interpretierbar und enthielt teilweise falsche Übersetzungen.

   

Waitangi HausGut 200 Häuptlinge aus dem gesamten Land kamen am 5. Februar 1840 nach Waitangi (siehe Bild), um den Vertrag zu unterzeichnen und weitere 300 wurden nachfolgend extra aufgesucht. Hobsons Hauptargument war, dass die britische Krone unbedingt Staatsoberhaupt über Neuseeland sein müsse, um dem Land den nötigen Schutz zu bieten.

   

Nach langem Hin und Her, aber vor allem, um endlich eine Klärung zu finden, entschieden sich einige Häuptlinge am 6. Februar dazu, zu unterzeichnen. Doch bei weitem nicht alle Stammesoberhäupter taten es ihnen gleich – manche weigerten sich, andere wurden erst gar nicht gefragt.

   

Mit der Zeit wendete sich das Blatt von der scheinbar fairen Lösung hin ins vorerst nebulöse. Die Krone begann nämlich ihren Siedlern zu erlauben, sich auf bestimmten Plätzen niederzulassen, dessen Besitztum nicht eindeutig geklärt war. Die Maori versuchten dagegen anzukämpfen – auch gewaltsam – woraus die Neuseelandkriege resultierten. Nach mehreren Jahren der Kriegszeit standen die Maori oft komplett ohne Besitz da, weil sie enteignet wurden.

 

 

Waitangi Day - Heute ein Feiertag

Bild2: Zeremonie am Waitangi Day

Bis heute ist der Vertrag von Waitangi ein heikles Thema. Auf Seiten der Siedler hat man zwar eingesehen, dass die Enteignungen vertragswidrig waren und vielen Maori Entschädigungen zuteil werden lassen. Doch das geschehene Unrecht kann nicht so leicht vergessen werden.

 

Seit 1975 gibt es deshalb das Waitangi-Tribunal, das versucht die Ungereimtheiten zu klären. Es bietet Maori die Möglichkeit, ihre Vertragsansprüche geltend zu machen. Die Entscheidungen des Tribunals sind allerdings nicht rechtskräfitg.

 

Heute ist der 6. Februar der Nationalfeiertag in Neuseeland, an dem zahlreiche Veranstaltungn stattfinden. Besonders groß wird dieser Tag natürlich in Waitangi, genauer gesagt auf dem Waitangi Treaty Ground gefeiert. Doch auch im restlichen Land wird an diesem Tag an die Geburtsstunde Neuseeland gedacht.

 

 

Fotos:

Vertrag von Waitangie: Archiv New Zealand

Waitangi-Haus: Sids1

Zeremonie am Waitangi Day: Royal New Zealand Navy Photostream