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04.11.2017 - 06:02

Neuseeland serviert eine Lösung für die Quallenplage

Forscher warnen seit Jahren, dass Quallen die Gewinner des Klimawandels sind. Ein Biologe fordert inzwischen, dass wir Quallen essen sollten, um der Invasion Herr zu werden. In Neuseeland serviert ein Koch nun innovative Quallengerichte, um die Debatte weiter anzustoßen.

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23.10.2017 - 11:16

Tag der Arbeit (Labour Day) in Neuseeland

Immer am vierten Montag im Oktober wird in Neuseeland der Labour Day, also ein Gedenktag der Arbeiterbewerbung, zelebriert. Doch warum eigentlich? Wir erklären es dir kurz und knapp.

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Die Takahe

 

Bereits 1894 galt sie als ausgestorben – die Takahe (Porphyrio hochstetteri). Und rund 50 Jahre später kam die Sensation schlechthin: Am 20. November 1948 entdeckte Dr. Geoffrey Orbell Exemplare dieser Art in den Murchison Mountains – der Startschuss für ein umfangreiches Schutzprogramm. Heute leben noch etwas mehr als 250 Takahe und die Schutzmaßnahmen zeigen erste Erfolge.

 

Bild: Takahe auf Kapiti Island (Autor: Craig Nash)

 

 

Kleine Flügel, großer Schnabel

Die in etwa 60 Zentimeter große und rund 2,5 Kilogramm schwere Takahe gehört zur Familie der Rallenvögel (Rallidae) und ist damit die weltweit größte Ralle. Wie viele endemische Vogelarten Neuseelands ist auch sie vollkommen flugunfähig.

 

Ihr Gefieder ist dunkelblau außer auf dem Rücken und dem Schwanz, wo es metallisch-grün schimmert. Damit ähnelt sie ihrem nahen Verwandten, dem Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio), das jedoch weniger leuchtende Farben aufweist und auch um einiges kleiner ist.

 

Ihre Hauptnahrung stellt das harte Tussockgras dar, das sie mit ihrem äußerst kräftigen Schnabel aber ohne Probleme zerkauen kann. Dabei verwerten Takahe ausschließlich den unteren, nährstoffreicheren Teil der Grashalme, den sie geschickt vom Rest abbeißen können. Erwachsene Tiere leben rein vegetarisch, die Jungtiere benötigen für ihr Wachstum aber Insekten, mit denen sie von den Elterntieren gefüttert werden. In den Schutzreservaten, den Inseln ohne Tussockbewuchs, ernähren sich Takahe von diversen Gräsern und Klee.

 

Bild: Das Takahe-Weibchen namens Noa auf Kapiti Island (Autor: Duncan Wright GFDL)

 

 

Ein Name – zwei Arten – viele Bedrohungen

Von der Takahe zu sprechen, ist eigentlich nicht ganz korrekt. Ursprünglich handelte es sich um zwei unterschiedliche Arten: die Nordinseltakahe (Porphyrio mantelli) und die Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri). Erstere ist jedoch bereits ausgestorben. Die überlebenden Südinseltakahe wurden in ihrem Bestand seit der Ankunft von Menschen in Neuseeland stark dezimiert - nicht nur durch mitgebrachte Raubtiere, sondern auch aufgrund ihrer umfangreichen Bejagung.

 

Bedroht wird der Bestand auch heute noch durch Raubtiere, die es vor allem auf die Jungtiere und die Eier abgesehen haben. Mit dem ersten Auftauchen von Ratten und Hermelinen ging auch die Population stark zurück. Aber auch endemische Tiere gelten als Feinde der Takahe-Küken. Dazu zählt beispielsweise die Weka, ebenfalls eine Rallenart, die mitunter Jagd auf Küken und Eier diverser Vogelarten macht. Eine weitere Bedrohung stellen Rothirsche dar, die als Nahrungskonkurrenten den Takahe das Überleben erschweren: beide Arten ernähren sich von Tussockgräsern.

 

Bild: Ein Takahe (Autor: Harald Selke)

 

 

Ein umfangreiches Schutzprogramm

Die einzige wilde Population lebt in den Murchison Mountains. Ihr Territorium, ein Schutzareal im Fiordland-Nationalpark, darf von Besuchern nicht betreten werden. Um die Bestände zu erhöhen, werden in Burwood Takaheeier in Brutmaschinen ausgebrütet und die Küken aufgezogen, um sie anschließend im Fiordland-Nationalpark auszusetzen.

 

Aber auch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste versucht man, Populationen anzusiedeln, da sie sich dort auswildern lassen und man sie nicht in Gefangenschaft halten muss. Der Lebensraum ist allerdings ein komplett anderer, als die alpine Heimat der Takahe. Doch offenbar haben sie sich gut an die veränderte Umgebung angepasst. Takahe-Populationen leben derzeit auf den Inseln Kapiti, Tiritiri Matangi, Maud, Mana und Motutapu, wo Besucher willkommen sind.

 

In Gefangenschaft gehalten werden sie am Mount Bruce und im Te Anau Wildlife Park. Weitere Takahe befinden sich beim Maungatautari Restoration Project und im Willowbank Wildlife Reserve. Seit 2011 kann man sie auch im so genannten Zealandia, dem Karori Wildlife Sanctuary bei Wellington sehen.

 

Bild: Takahe auf Kapiti Island (Autor: Duncan)

Text: Jacqueline Held