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04.11.2017 - 06:02

Neuseeland serviert eine Lösung für die Quallenplage

Forscher warnen seit Jahren, dass Quallen die Gewinner des Klimawandels sind. Ein Biologe fordert inzwischen, dass wir Quallen essen sollten, um der Invasion Herr zu werden. In Neuseeland serviert ein Koch nun innovative Quallengerichte, um die Debatte weiter anzustoßen.

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23.10.2017 - 11:16

Tag der Arbeit (Labour Day) in Neuseeland

Immer am vierten Montag im Oktober wird in Neuseeland der Labour Day, also ein Gedenktag der Arbeiterbewerbung, zelebriert. Doch warum eigentlich? Wir erklären es dir kurz und knapp.

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Der Rātā

 

Ebenso wie der Pōhutukawa zählen auch die drei Rātā-Arten zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) und zur Gattung der Metrosideros, der Eisenhölzer. Dies sind die am meist verbreitetsten Baumarten des Landes und finden sich sogar noch auf den 500 Kilometer entfernten Auckland Inseln.

 

Typisch für Eisenhölzer sind ihre auffälligen und farbenprächtigen Blüten, die unter anderem zahlreiche Insekten und Vögel anziehen, welche so wiederum für die Verbreitung der Bäume verantwortlich sind. Die Blüten der Eisenhölzer ähneln sich sehr stark, weshalb man sie kaum daran unterscheiden kann. Blütezeit ist stets von Dezember bis Januar, sie kann aber gebietsweise auch etwas variieren, mit blühenden Bäumen bereits im November oder sogar noch im März.

 

Bild: Südinsel-Rātā auf den Auckland Islands (Autor: Craig McKenzie)

 

Der Nordinsel-Rātā

Der bis zu 40 Meter hohe Nordinsel-Eisenholz (Metrosideros robusta) war einst häufig in den feuchteren Gebieten der Nordinsel heimisch. Doch ebenso wie der Pōhutukawa, ist der Rātā von umfangreichen Abholzungen in der Vergangenheit, einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung der Gebiete und der Verbreitung von Possums betroffen.

 

Ein ausgewachsener Nordinsel-Rātā

Autor: Akos Kokai

 

Üblicherweise beginnt das Leben eines Rātā als Aufsitzerpflanze in der Krone eines Wirtsbaumes. Mit der Zeit entwickelt er Luftwurzeln, die schließlich bis zum Boden hinab wachsen (Stelzwurzeln), verholzen, dicker werden und sich schließlich zu einem oder mehreren Stämmen vereinigen. Wenn der Wirtsbaum schließlich abstirbt, kann sich der Rātā bereits selbst stützen und versorgen. Es gibt aber auch Rātā-Exemplare die dauerhaft als Aufsitzerpflanzen leben, bzw. Exemplare die ihr Leben bereits vom Boden aus beginnen.

 

Die Blüten haben eine bräunlichere Farbe, als die des Pōhutukawa oder des Südinsel-Rātā. Das Holz ist ebenfalls rotbraun. Seine Blätter sind sehr dick, lederartig und bis zu fünf Zentimeter lang.

 

Bild: Blüten des Nordinsel-Rātā (Autor: Maungatautari Ecological Island Trust)

 

Der Südinsel-Rātā

Der wesentlich kleinere Verwandte des Nordinsel-Rātā ist der nur bis zu 15 Meter hohe Südinsel-Eisenholz (Metrosideros umbellata), der auf der Südinsel und Stewart Island weit verbreitet ist. Aber auch auf der Nordinsel kann man einige Exemplare antreffen.

 

Er bevorzugt dabei kühlere Regionen, weshalb er auf der Nordinsel ausschließlich in höheren Lagen vorkommt, auf der insgesamt kühleren Südinsel hingegen auch im Tiefland. Er benötigt ebenso wie sein nördlicher Verwandter hohe Niederschlagsmengen und feuchtere Umgebungen.

 

Bild: Blühender Südinsel-Rātā (Autor: GrahamAndDairne)

 

Sowohl nährstoffärmere Böden als auch Steine kommen als Lebensgrundlage für den Südinsel-Eisenholz in Frage. Als Aufsitzerpflanze wächst er wesentlich seltener. Seine Bestände werden derzeit ebenfalls durch die Possums bedroht, weshalb Schutzmaßnahmen zur Verringerung der Possumanzahl begonnen worden sind.

 

Von anderen Rātā unterscheidet er sich äußerlich durch seine glänzenden Blätter.

 

Bild: Blüten des Südinsel-Rātā (Autor: Stan Shebs GFDL)

 

Der Bartlett’s-Rātā

Eine der seltensten Pflanzen des Landes ist der Bartlett’s-Rātā (Metrosideros bartlettii), der erst 1975 entdeckt wurde. Im Northland nahe dem Cape Reinga fand man damals 34 ausgewachsene Exemplare: die einzigen bekannten, in der Wildnis wachsenden Bäume dieser Art. Seine Lebensweise gleicht dem des Nordinsel-Rātā, er unterscheidet sich hingegen in seinen Blüten von allen anderen Rātā: Diese sind weiß, ebenso wie seine Borke. Da er kultiviert wird, kann man Bartlett’s-Rātā auch in Siedlungsgebieten und Gärten finden.

 

Bild: Ein junger Bartlett’s-Rātā in Auckland (Autor: Kahuroa)

 

Eine große Familie

Zu den Myrtengewächsen Neuseelands zählen neben den Baumarten Rātā, Pōhutukawa, Kānuka (Kunzea ericoides) und Sumpf Maire (Syzygium maire) auch noch mehrere Strauch- und Rankenpflanzen: Mānuka (Leptospermum scoparium), Rōhutu (Lophomyrtus obcordata), Ramarama (Lophomyrtus bullata) und sechs Arten der rankenden Rātā.

 

Bild: Blüten des Kānuka (Autor: Tony Foster)

Text: Jacqueline Held