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Als Gumdigger unter der neuseeländischen Erde

Bild: Hannes Grobe

Gumdigger? Was ist denn das? Gumdigger sind Schatzsucher, die besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aktiv waren. Mit sogenannten skeltons (angeschliffene Spaten) und gum spears (angespitzte Drähte) ausgestattet, fand man viele Siedler zu dieser Zeit unter der neuseeländischen Erde. Sie suchten nach Kauri-Harz, das ihnen gereinigt einen guten Preis einbrachte. Vor allem nördlich von Auckland lebende Einwanderer, die in provisorischen Hütten oder Zelten von Feld zu Feld zogen, übten diesen Beruf aus und bescherten dem Land damals viel Reichtum.

 

Anstrengende Arbeit

 

Aber die Arbeitsbedingungen waren nicht einfach: Anfangs musste nur das aus dem Boden ragende Harz aufgesammelt und altes Harz von den Ästen abgekratzt werden. Doch als diese Quelle erschöpft war, ging es unter die Erde, wo sie in bis zwölf Meter tiefen Schützgräben und Sumpflöchern suchten. Hier war die Arbeit nicht nur schwer, sondern auch äußerst gesundheitsgefährdend, unter anderem weil vor dem Abbau das Buschland abgebrannt wurde, das häufig außer Kontrolle geriet.

 

Und dennoch stellte man sich diesen Bedingungen, weil die Harz-Ausgrabung und -Verarbeitung zeitweise die einzige sichere Erwerbsquelle war. Erst als Mitte der 1890er Jahre John Ivan Botica einen speziellen Suchstab erfand, erleichterten sich die Arbeitsbedingungen der rund 20.000 Menschen, die mit dem Harzabbau beschäftigt waren. Ab da an konnten Proben entnommen und auf seine Kostbarkeit geprüft werden.

 

Doch mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging der Harz-Export und damit auch die Harzproduktion immer weiter zurück, bis schließlich Mitte des 20. Jahrhunderts der Stillstand kam.

 

Unvergessen

 

Der unermüdliche Einsatz der Gumdigger ist bis heute nicht vergessen und lebt in Geschichten, Liedern und Denkmälern weiter. Überzeugen Sie sich selbst und fahren Sie nach Dargaville, Northland, wo eine Bronze-Statue eines Harzsammlers aufgestellt wurde, oder besuchen Sie das Kauri-Museum in Matakohe, Northland, um mehr über die faszinierenden Riesenbäume, ihr Harz und die Arbeiter zu erfahren. Geschichten, Bilder und sogar ein Lied über die Gumdigger können Sie auch im Das Neuseeland-Lesebuch von Dörthe und Volker Heyse finden.

 

Kauri-Museum. Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 17 Uhr. Kosten: NZD 25 (Erwachsene), AUD 8 (Kinder von 5 bis 15 Jahre). 5 Church Road, Matakohe, Northland 0593.